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In Indien wurden jetzt 500 Internetcafés polizeilich dazu verpflichtet, Keylogger auf ihren Computern zu installieren. Als Grund dafür wird – wie so oft – der Kampf gegen den sogenannten “Terrorismus” genannt. Dieser Keylogger wird _ALLES_ loggen, was an diesen Rechnern getippt wird und eben dieses an die Terrorismusverwaltungsbehörde die Regierungsbehörden übermitteln.

Der Präsident der “India Foundation for Information Security and Technology”, Vijay Mulkhi, sagte der indischen Zeitung MiD Day Ende letzten Monats, dass diese Entscheidung gefällt wurde um “Terroristen”, die ihre Spuren durch die Nutzung von Internetcafés verwischen wollen, erwischen zu können. Er betrachtet dies als die _EINZIGE_ Möglichkeit im Internetzeitalter der Polizei die nötigen Informationen zukommen zu lassen.

Jedes Internetcafé ist dazu verpflichtet, alle Rechner mit den zugehörigen Daten (wie z.B. IP-Adresse) zu melden. Eingesetzt wird eine Monitoring-Software aus dem Hause M/s Micro Technologies mit dem hübschen Namen “Cyber Access Remote Monitoring System (CARMS)”. Mit der Begründung, dass der Datenschutz und die persönliche Freiheit eines jeden Nutzers dieser Internetcafés weit weniger wert sei, als die Sicherheit des Staates, macht Mulkhi kurzen Prozess mit den kritischen Stimmen. Was jetzt genau mit den Daten geschehen soll und wird kann wohl niemand sagen. Sicher dürfte auf jeden Fall eines sein – sie werden auf kurze oder lange Sicht in den falschen Händen landen.

Insgesamt gesehen kann man nur hoffen, dass unsere Herren Innenminister (sowie deren “Berater”) diesem Beispiel nicht auch noch folgen. Die Anfänge dazu machen sie ja bereits – und kommen trotz der fortgesetzten Demontage der Verfassung, die zu schützen sie geschworen haben, ungeschoren davon. Ein sehr schönes und vor allem passendes Zitat zu diesem Thema, dass mir in letzter Zeit immer wieder durch den Kopf geht:
“Eine Gesellschaft, die ihre Freiheit zugunsten der Sicherheit opfert, hat beides nicht verdient.” – Benjamin Franklin

Quelle: arstechnica.com

About Stephan Straubel

Aktuell arbeite ich bei der Bigpoint GmbH in Hamburg an der Entwicklung der DevLounge (devlounge.bigpoint.net), die es Partnern und freien Spieleentwicklern ermöglicht, ihre Spiele in das Bigpoint.com Spieleportal ein- und an das Bigpoint-Accountsystem über eine SSO Schnittstelle anzubinden. Mehr über mich erfahrt ihr hier: https://www.xing.com/profile/Stephan_Straubel
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