Kaum habe ich den Artikel über die Sperraktion von Seiten Arcor geschrieben entdecke ich bei Golem einen Artikel in dem die Internetzensur noch ein ganzes Stück weiter getrieben wird. Das Problem: Der EU-Kommissar Franco Frattini ist der Meinung man müsse “böse Wörter” im Internet sperren. So soll, nach seiner Meinung, zum Beispiel der Zugriff auf Bombenanleitungen verhindern. Die Meinungsfreiheit gefährde das, so Frattini weiter, nicht.
Angesichts dieser Behauptung denke ich, dass Herr Frattini nicht ausreichend über seinen Vorschlag nachgedacht hat, denn eine Zensur – auch der Berichterstattung – wäre wohl nicht zu vermeiden. Auch wenn er (Frattini) diese Inhalte nicht sperren möchte, durch die von ihm vorgeschlagene Methode würde das meiner Meinung nach auf jeden Fall geschehen. Die Umsetzung letztlich bliebe wieder an den ISPs hängen – weil nur Google (oder anderen Suchmaschinen) zu verpflichten diese Suchworte zu sperren würde nicht viel weiter helfen. Das Hauptproblem an der Sache sehe ich darin, Berichterstattung von den Seiten, die wirklich Bombenbauanleitungen enthalten, zu unterscheiden. Man könnte zwar über Whitelists die betreffenden Seiten wieder sichtbar machen, allerdings wäre es wohl kaum möglich, alle “legalen” Seiten auf diesen zu erfassen.
Alles in allem wird es wohl immer möglich bleiben, auf Seiten mit den Inhalten die Frattini sperren will, zuzugreifen – oder die “benötigten” Anleitungen werden eben über andere Kanäle “besorgt”. Die Liste der blockierten Begriffe müsste immer erweitert werden um die möglichen Umschreibungen – und das würde die Machbarkeit doch sehr stakt eingrenzen.